Herzlich Willkommen auf der Homepage der VLÖ

Die VLÖ ist die Berufsorganisation für landw. und forstw. Lohnunternehmen in
Österreich. Sie vertritt die Anliegen der Berufsbranche und ist Ansprechpartner
für alle Fragen rund um den Betrieb eines Lohnunternehmens.

Die VLÖ veranstaltet jährlich Seminare für Unternehmer und Mitarbeiter in Dienstleistungsunternehmen. Im abgelaufenen Winter wurden Seminare zur „Preisgestaltung im LU“ – in Präsenz- und Onlineform, die „Umsetzung des neuen KV Agrarservice“ mit der Führung von Arbeitsaufzeichnungen und neu jeweils das Seminar „Qualitätsmanagement von ländlichen Dienstleistungen“ und „Keine Angst vor Ausschreibungen“ durchgeführt.

Preisgestaltung im LU – Arbeitspreise und Preisstrategie

Der Arbeitspreis bildet die Grundlage für ein erfolgreiches Wirtschaften. Wer keine kostendeckenden Preise verrechnet, der fährt Verluste ein und arbeitet nicht nachhaltig. Leider fehlt in der Praxis oft das Bewusstsein, wie sich bestimmte Kosten zusammensetzen und in der Preisgestaltung berücksichtigt werden müssen. Massive Teuerungen bei den Betriebsmittelaufwendungen fordern ein Überarbeiten bestehender Kalkulationen und die Neugestaltung von Preisen. Hier ist auch die verwendete Preispolitik zu hinterfragen und gegebenenfalls zu ändern. Vielen Unternehmern, aber auch den Kunden muss das noch bewusst gemacht werden, denn manche meinen sie können so weiter machen, wie bisher.

Am 27. Jänner haben wir in einer sehr intensiven Runde mit den Fragen zur Preisgestaltung befasst. Dabei konnten Beispiele bearbeitet und die Auswirkungen auf den erforderlichen Arbeitspreis näher verfolgt werden. Transparenz zur Zusammensetzung von Kosten, wie kalkuliere ich einzelne Arbeitsverfahren, der Umgang mit der Preisgestaltung in der Praxis mit den verschiedenen Modellen (Stundenpreis, Leistungspreis, Kombi-Preis, Aufpreise und Vergünstigungen) und die Vermittlung der Botschaften zum Kunden standen dabei im Mittelpunkt.

Online-Seminare und Fachabende

In den zwei Online-Fachabenden zur „Kalkulation von Arbeitsverfahren“ am 21. Februar und am 13. April ging Helmut Scherzer auf die wesentlichen Punkte beim Kalkulieren und in der Preisgestaltung ein. Der April-Termin widmete sich schwerpunktmäßig der Dieselpreisverteuerung und den damit verbundenen Auswirkungen. Ergänzend zu den behandelten Themen folgte auch ein guter Informationsaustausch über gesammelte Erfahrungen.

Am 17. März hat ein Fachabend zum Thema „Sicherer Umgang mit Landmaschinen auf der Straße“ stattgefunden. Hier wurde auf die verkehrstechnischen Anforderungen von Traktoren, SF-Arbeitsmaschinen und Geräten auf öffentlichen Straßen näher eingegangen. Die Kontrollen durch die Polizei, aber auch die Verantwortung für Fahrer und Zulassungsbesitzer befinden sich im Steigen.

Zu den Arbeitsaufzeichnungen und dem KV Agrarservice fand am 13. April vormittags eine Online-Gruppenberatung statt. An die Teilnehmer wurden Arbeitsunterlagen zur Umsetzung in ihrem Betrieb übermittelt. Mit dem Arbeitsrechtspaket der VLÖ können die Mitarbeiter in den Unternehmen Arbeitsverträge und Einzelvereinbarungen abschließen sowie die erforderlichen Arbeitsaufzeichnungen durchführen. Bei Fragen wird telefonisch nachgeholfen. Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist für jeden Arbeitgeber eine Pflicht. Ländlichen Unternehmen müssen sich diesen Themen stellen, denn sie sind gegenüber ihren Mitarbeitern als Arbeitgeber verantwortlich. An der Online-Gruppenberatung haben überwiegend Büromitarbeiterinnen von LU teilgenommen und wurde gut angenommen.

Seminar Qualitätsmanagement von ländlichen Dienstleistungen am 3. März 2022

Mit dem Seminar „Qualitätsmanagement von ländlichen Dienstleistungen“ haben wir in unserer Branche thematisch ein absolutes Neuland betreten. Die Anmeldungen waren recht verhalten, Helmut Scherzer wollte zur Sammlung von Erfahrungen den Termin im Rahmen einer Workshop-Runde wahrnehmen. Auch wenn der Nutzen durch Qualitätsmanagement-Schritte zum Anfang nicht sofort gesehen wird, gewinnt dieses Thema im ländlichen Sektor zunehmend an Bedeutung. Systeme zur Qualitätssicherung helfen intelligenter und effizienter zu arbeiten. Hier geht es um die Sicherung einer gewünschten Prozessqualität für den Kunden z.B. bestimmte Anforderungen an das Arbeitsergebnis, die durch festgelegte Kriterien erreicht werden müssen. Mit kommunizierten Standards ist für jeden Mitarbeiter klar, welches Arbeitsergebnis hinter dem Unternehmen steht und wie es erreicht werden kann. Es geht auch darum aus einem Improvisieren herauszukommen (in Ausnahmefällen kann es nicht vermieden werden) und Standardroutinen zu erreichen. Durch eine systematische Arbeit werden das Unternehmens-Know-how und die Fertigkeiten verbessert. Der Weg dahin wird in Arbeitsbehelfen, Prozessstandards und Arbeitsroutinen festgelegt. Für den Kunden liefert Qualitätsmanagement Sicherheit in der Dienstleistung, für das Unternehmen bietet dies ein Unterscheidungsmerkmal und die Chance bessere Preise zu verrechnen.

Aufgrund der Wichtigkeit werden wir das Thema weiterverfolgen und daran arbeiten.

Seminar Keine Angst vor Ausschreibungen – Tipps zu Ausschreibungen im Bereich ländlicher Dienstleistungen

Die VLÖ veranstaltete am 31. März zum ersten Mal das Seminar „Keine Angst vor Ausschreibungen“. In einer sehr kompakten Gruppe mit 13 Teilnehmern aus den verschiedenen Regionen wurden die Anforderungen an professionelle Ausschreibungen näher vorgestellt und behandelt. Der Zeitpunkt des Seminars war äußerst günstig, denn durch die massiven Betriebsmittelteuerungen in den letzten Monaten war für ausreichend Gesprächsstoff gesorgt.

Zielsetzung für ausschreibende Stellen

Das Bundesvergabegesetz gibt für öffentliche Auftraggeber klare Regeln vor. Zu den öffentlichen Auftraggebern zählen Bund, Länder, Gemeinden, Gemeindeverbände und Einrichtungen, die zu dem besonderen Zweck gegründet wurden, im Allgemeininteresse liegende Aufgaben zu erfüllen, die nicht gewerblicher Art sind. Diese sind in der Regel überwiegend durch die öffentliche Hand finanziert oder werden von ihr beaufsichtigt. Dazu zählen auch Verbände, die aus öffentlichen Auftraggebern bestehen. Ausschreibungen sind an eine bestimmte oder unbestimmte Zahl von Unternehmen gerichtet, die dazu Leistungen oder Lieferungen erbringen. Auftraggeber geben eine Erklärung mit Leistungsbeschreibung ab, wo Rechte und Pflichten beider Vertragsparteien geregelt sind. Der Bieter gibt Preise ab und verpflichtet sich bei einer Zuschlagserteilung zur Leistungserbringung. Im Auftragsfall wird die Ausschreibung zu einem Vertragsdokument. Die ausschreibende Stelle informiert die Bieter über die Zuschlagserteilung als abgebende, nicht verbindliche Absichtserklärung, welchem Bieter der Zuschlag erteilt werden soll. Nach Abwarten der Stillhaltefrist wird die Zuschlagserteilung an den ausgewählten Bieter als abgegebene schriftliche Erklärung sein Angebot anzunehmen, übermittelt. Somit wird das Vertragsverhältnis gültig. Für die anbietenden Unternehmen bestehen bei den einzelnen Verfahren auch Möglichkeiten für Rechtsschutz.

Umgang mit Kostenerhöhungen bei bestehenden Verträgen

Von großer Bedeutung im Seminar war der Umgang mit Kostenerhöhungen bei bestehenden Aufträgen, wo Fixvereinbarungen vorliegen. Grundsätzlich gilt das Vereinbarte. Aus rechtlicher Sicht besteht hier kein Zweifel und erhöhte Betriebskosten können grundsätzlich nicht nachverrechnet werden. Die Vortragenden von ausschreibenden Stellen gingen auf dieses Thema näher ein und stellten klar, dass hier Verträge mit Bindewirkungen vorliegen, die nicht aufgeschnürt werden können. Es wurde angemerkt, dass dieses Thema nicht ganz vom Tisch gewischt werden kann, denn es geht bei den Auftragnehmern auch und Existenzen für die Betriebe. Die Dimension der Kostensteigerung, insbesondere für Diesel bei leistungsstarken Maschinen ist relevant und muss daher behandelt werden. Bei der Zusammenarbeit mit Auftragnehmern bestehen Partnerschaften, die meist über einen längeren Zeitraum angelegt sind und eine gegenseitige Sicherheit für beide liefern sollen. Die VLÖ hat zur Unterstützung für einzelne Auftragnehmer eine Argumentationslinie mit nachvollziehbaren Fakten erstellt ist mit ausschreibenden Stellen diesbezüglich in Kontakt. Bei Fragen steht Helmut Scherzer gerne zu Ihrer Verfügung.

Im zweiten Jahr der Pandemie haben wir gelernt, dass Seminare sowohl in Präsenz- wie in Onlineform abgehalten werden können. Der Online-Betrieb spart Zeit und Reisekosten, die Präsenzform bietet einen einmaligen zwischenmenschlichen Austausch, der nur durch die physische Anwesenheit gegeben ist. In Zukunft wird daher eine Kombination aus Präsenz und Online das Seminarwesen gestalten.

 

 

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