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Die VLÖ ist die Berufsorganisation für landw. und forstw. Lohnunternehmen in
Österreich. Sie vertritt die Anliegen der Berufsbranche und ist Ansprechpartner
für alle Fragen rund um den Betrieb eines Lohnunternehmens.

Raps ist eine attraktive Kultur, die leider in den letzten Jahren unter ihrem Wert geschlagen wurde. Der Raps bietet dabei positive Eigenschaften. Er bedeckt elf Monate von Ende August bis Ende Juli den Boden und schützt ihn vor Erosion und ist eine optimale Getreidevorfrucht. Auch verwertet Raps Wirtschaftsdünger gut und ist zudem eine Kultur, bei der eine Herbstdüngung Sinn macht. Auch für Nichtlandwirte ist der Raps attraktiv. Er ist ein schönes Landschaftselement und für Imker eine ideale Trachtquelle im Frühling. Wichtig dafür ist eine gute Kommunikation zwischen Landwirt und Imker, um hohe Rapserträge ohne Bienenschäden zu erreichen.

Rohstoff für heimische Öl- und Eiweißversorgung

Raps ist die wichtigste Ölfrucht Österreichs und eine der wichtigsten weltweit. Dabei liefert diese Frucht neben einem hohen Ölertrag als Zusatzprodukt noch ein Eiweißfutter. Österreich ist sowohl bei Pflanzenölen, als auch bei Eiweißfuttermitteln ein Nettoimporteur. Jedes Hektar Raps hilft diese Importabhängigkeit zu senken. Bereits im Vorjahr wurde dieser Bedarf mit guten Preisen honoriert und auch heuer gibt es sehr gute Rapspreise.

Optimaler Anbau wichtig

Das Rapsjahr 2021/2022 hat gezeigt, dass ein optimaler Anbau wichtig ist. Die Vorbereitungen dafür beginnen mit der Ernte der Vorfrucht. Dabei soll man darauf achten, dass keine Spuren vom Mähdrescher entstehen. Wenn das Stroh auf dem Feld bleibt, dann ist eine gute Verteilung zu achten.

Anschließend ist eine gute Stoppelbearbeitung notwendig, um eine optimale Strohrotte zu gewährleisten. Vor Raps sollte dann einmal tiefer bearbeitet oder gepflügt werden. Wichtig ist eine gute Saatbettbereitung mit dem Grundsatz: So fein wie nötig (optimale Keimbedingungen) und so grob als möglich (Schutz vor Verschlämmungen). Alle Bearbeitungen und die Aussaat müssen trocken erfolgen, Raps reagiert sehr empfindlich auf das „Einschmieren“, das konnte man beim Anbau 2021 beobachten. Auf Feldern, die zu nass bearbeitet wurden, stehen die schlechtesten Bestände.

Kalken vor Raps

Die Erhaltungskalkung im Rahmen der Fruchtfolge bietet sich zu Raps an. Kalk hat vor Raps eine phytosanitäre Zusatzwirkung gegen die Wurzelhals- und Stängelfäule (Kohlhernie) und Schnecken. Ausgebracht vor der Saat und flach eingearbeitet stabilisiert er auch den Boden und verhindert Erosion.

Sortenwahl

Raps war nach dem Mais die nächste Kulturart mit Hybridsorten. Mittlerweile haben sich die Hybridsorten durchgesetzt und es werden kaum noch neue Liniensorten zugelassen. Die Hybridsorten sind oft vitaler und bieten ein höheres Ertragspotential, was auch Sortenversuche zeigen. In Österreich haben wir die österreichische Sortenliste, diese findet man in der Österreichische Beschreibende Sortenliste - Beschreibende Sortenliste (baes.gv.at). Als Landwirt muss man bei der Wahl der Sorte neben ihren Eigenschaften und Versuchsergebnissen auch darauf achten, ob man für ein spezielles Qualitäts-Programm produziert, zum Beispiel Rapso – hier sind nur gewisse Sorten erlaubt.

Herbstdüngung gut möglich

Raps hat einen hohen Nährstoffbedarf, kann Nährstoffmengen aber auch nutzen, in Ertrag umsetzen und für die Folgekultur speichern. Raps reagiert sehr positiv auf eine moderate Stickstoffdüngung mit 40-60 kg Stickstoff im Herbst. Damit ist er eine ideale Kultur, um pflanzenbaulich sinnvoll im Herbst Gülle auszubringen. Beachtenswert ist der hohe Schwefelbedarf von 30-60 kg Schwefel/ha. Wichtig ist auch eine ausreichende Borversorgung sicherzustellen.

Rapspflanzen schützen

Hier wird nur grob auf Maßnahmen im Herbst eingegangen. Details und die Informationen für das Frühjahr finden Sie unter www.ooe.lko.at/pflanzen.

Nach der Aussaat müssen unbedingt Ackerschnecken beachtet werden. Sie sind vom Feldrand kommend zu kontrollieren. Oft ist eine Schneckenkornanwendung notwendig, um einen Totalausfall zu vermeiden. Der zweite beachtenswerte Schädling im Herbst ist der Erdfloh. Sofort nach der Saat soll man deswegen eine Gelbschale aufstellen. Die Schadschwelle liegt bei 10 Prozent Blattflächenverlust durch Lochfraß an den Blättern oder mehr als 30 gefangene Erdflöhe in der Gelbschale innerhalb von drei Wochen. In diesem Fall ist eine Insektizid Behandlung unbedingt erforderlich. Es kann auch eine mehrmalige Behandlung nötig sein, die am Markt verfügbaren Beizen wirken leider nicht sehr gut.

Die Unkrautbekämpfung soll bei Raps im Herbst passieren, im Frühjahr ist die Bekämpfung nur schwer möglich. Zu achten dabei ist auf Einschränkungen, die sich durch den Grundwasserschutz (z.B. Wasserschutz- und Schongebiete) und dem ÖPUL-Programm Grundwasser 2020 Programm ergeben.

Vor allem bei gut entwickelten Beständen ist eine Fungizid Maßnahme im Herbst wichtig. Damit unterbindet man Phomainfektionen. Zusätzlich sorgt der Wuchsreglereffekt der Fungizide dafür, dass der Vegetationskegel der Rapspflanze nicht vom Boden abhebt. Das erhöht die Winterfestigkeit.

Mit diesen Maßnahmen sollen optimale Rapsbestände zur Öl- und Eiweißversorgung sichergestellt werden.

 

Dieser Beitrag wurde von Wolfgang Kastenhuber, BSc, Landwirtschaftskammer Oberösterreich zur Verfügung gestellt.

 

 

 

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