Bei den Herbstsaaten für Raps, Gerste, Weizen, Triticale und Roggen wird bereits im Herbst der Grundstein für eine optimale Entwicklung der Bestände über den Winter und damit für stabile hohe Erträge gelegt.
Raps
ist eine sehr interessante Kultur, die pflanzenbaulich hohe Ansprüche stellt. Regelmäßige Kontrollen des Schädlingsbefalles (Rapserdfloh, Larve der Rübsenblattwespe und Schneckenbefall) sind notwendig und im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes auch erwünscht. Beim Auftreten von Schädlingen über der Schadschwelle muss eine Maßnahme gesetzt werden. Diese Schadschwellen kann man entweder selbst kontrollieren und als Hilfestellung kann man auch das Auftreten der Schädlinge im „Warndienst-Portal“ auf www.warndienst.at der Landwirtschaftskammern abfragen. Hier sind Insektizide entsprechend ihrer Registrierung anzuwenden (Beispiele: Cybigon forte, Decis forte, Karate Zeon, …)
Beim Auftreten hat sich zumindest als Abschlussmaßnahme im Herbst die Ausbringung eines teilsystemischen Insektizides (Carnadine) bewährt; auch um mögliche Larven unter Kontrolle zu halten. Weiters ist die Anwendung eines leistungsfähigen Azols ab dem 6 bis 7 Blattstadiums (Blätter sollen gut entwickelt) sein notwendig. Damit erreicht man eine verbesserte Wurzelentwicklung, eine kürzere Sprosslänge und eine verbesserte Winterfestigkeit des Rapsbestandes (Wirkstoffe sind dabei Tebuconazol, Metconazol, Propioconazol, …) in verschiedenen Produkten. Bei sehr üppigen Beständen sind auch Produkte möglich, die Wuchsregler enthalten (Bsp.: Carax).
Die Beigabe von Bor (500 bis 700 g/ha) und Bittersalz hat sich bewährt und soll ein Standard für den Herbst sein. Gerade im heurigen Jahr wird es in vielen Beständen notwendig sein, Ausfallgetreide unbedingt zu behandeln, da eine mechanische Beseitigung aufgrund der unmöglichen Keimbedingungen nicht möglich war. Die Bestände darum unbedingt im Herbst kontrollieren und dann eine Maßnahme setzen.
Wintergerste
soll unbedingt trocken gesät werden (aus derzeitiger Sicht ist dies kein Problem). Das Saatbett soll locker sein – es sollte eventuell ein bisschen Staub entstehen. Die Saatdichte soll gut angepasst werden. Bei Saatzeiten bis 1. Oktober genügen bei mehrzeiligen Gersten 220 Körner je Quadratmeter, bei zweizeiligen Gersten 280 bis 300 Körner je Quadratmeter. Bis 10. Oktober kann man zur Absicherung um 10 bis 20 % höher gehen. Zu dichte Bestände sind nicht notwendig und kosten unnötig Geld. Bei der Sortenwahl gibt es viele neue, sehr gute Sorten, die bei frühen Saaten auch zum Teil schon resistent gegen Viruserkrankungen sind.
Die Gerste sollte im Herbst 3 bis 4 Bestockungstriebe machen; dann ist der Bestand optimal. In unseren Versuchen hat eine Herbstdüngung nie Mehrerträge gebracht.
Die Unkrautbekämpfung muss bei Gerste im Herbst erfolgen. Wenn möglich soll dies mit einem „Flufenacet Produkt“ erfolgen. Dieser Wirkstoff muss bereits eingekauft sein und muss bis 10. Dezember verbraucht werden. Flufenacet ist der beste Gräserwirkstoff, den wir zurzeit noch haben – speziell auch zur Resistenzvermeidung z.B. Ackerfuchsschwanz. Er steht uns nur mehr heuer zur Verfügung. Darum unbedingt im Herbst einsetzen. Vorweg gesagt auch unbedingt aus denselben Gründen die Unkrautbekämpfung im Herbst durchführen. In den nächsten Jahren wird die Gräserbekämpfung eine große Herausforderung.
Winterweizen
soll idealerweise in der ersten Oktoberhälfte gesät werden. Dies dürfte heuer kein Problem sein. Auch bei Weizen ist die entsprechende Saatmenge am besten mit der Kornzahl je Quadratmeter zu berechnen. Bis 10. Oktober genügen 240 bis 270 Körner; bis 31. Oktober wäre die Saatdichte bei 250 bis 300 Körner je Quadratmeter; bis 10. November soll man dann auf 350 Körner erhöhen – spätere Saaten entwickeln sich nicht mehr entsprechend. Der Weizen sollte 4 Blätter bis zum Beginn der Bestockung kommen.
Ein wichtiger Aspekt bei der Weizensaat ist die Saattiefe; 2 bis 3 cm Saattiefe mit einer entsprechenden Saatkornabdeckung genügen. Zu tiefe Saaten führen zu einem starken Halmheber und einer verhaltenen Bestockung. Die regelmäßige Kontrolle der Saattiefe ist ein wichtiger Faktor.
Zu Weizen ist die Saatbettbereitung mit Pflug (senkt die Fusariumgefahr) oder konservierend gut möglich. Wichtig ist ein gut abgesetztes Saatbett.
Weizen verträgt auch die Saat auf feuchte, nasse Böden nach dem Sprichwort: „Baust mi ins Lackerl, füll i dir s Sackerl“. Aber ein Hineinschmieren, eventuell noch in eine Särille, die mit Wasser gefüllt ist, ist ungünstig.
Grundsatz
Grundsätzlich gilt bei jeder Kultur der Satz: „Saatbett geht vor Saatzeit“. Wenn möglich soll – gerade heuer – die Unkrautbekämpfung bei Weizen im Herbst erfolgen.
Flufenacet Produkte unbedingt einsetzen.
Zusammenfassende Tipps
- Sorgsame Bodenbearbeitung und Saat (genaue Einstellung)
- Regelmäßige Kontrolle der Bestände
- Genaue Terminwahl bei der Durchführung von Pflanzenschutzmaßnahmen
Dieser Beitrag wurde von Dipl-HLFL-Ing. Franz Kastenhuber, Fachlehrer für Pflanzenbau im abz Lambach, zur Verfügung gestellt.
































































































































