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Die VLÖ ist die Berufsorganisation für landw. und forstw. Lohnunternehmen in
Österreich. Sie vertritt die Anliegen der Berufsbranche und ist Ansprechpartner
für alle Fragen rund um den Betrieb eines Lohnunternehmens.

Für Silomais gibt es keine Preisnotierungen. Daher orientiert sich die Preisfindung vor allem an den Preiserwartungen für Körnermais und den eingesparten Trocknungskosten. Da bei der Nutzung der gesamten Pflanze deutlich mehr Nährstoffe vom Feld abgeführt werden als bei der Ernte von Körnermais, beeinflussen auch die Düngerkosten die Preisbildung. Beim Kauf oder Verkauf ab Feld ist darüber hinaus eine möglichst realistische Einschätzung des zu erwartenden Ertrages entscheidend.

Preisschwankungen zu erwarten
Im Gegensatz zu den Vorjahren bestehen heuer ungewöhnlich viele Unsicherheitsfaktoren. Die ersten Preisbildungen für Körnermais der Ernte 2026 liegen derzeit bei rund 260 Euro pro Tonne inklusive MwSt., wobei in den nächsten Wochen mit stärkeren Preisschwankungen gerechnet werden muss. Die Bestände präsentieren sich aufgrund der bislang schwierigen Witterungsbedingungen bereits jetzt sehr unterschiedlich. Der weitere Witterungsverlauf wird den Maisertrag und damit das regionale Angebot sowie die regionale Nachfrage noch weiter maßgeblich beeinflussen.
Gleichzeitig ist die Entwicklung auf den Vorleistungsmärkten durch geopolitische Entwicklungen, internationale Handelsströme und die weltweite Düngemittelverfügbarkeit deutlich volatiler geworden.

Energiepreise beeinflussen Preisbildung
Vor allem die Energiepreise wirken sich auf die Düngerkosten und auf die Trocknungskosten aus. Damit kön­nen mehrere wesentliche Einflussfaktoren für die Preis­bildung derzeit noch nicht verlässlich eingeschätzt werden.
Angesichts der derzeit noch bestehenden Unsicherheiten gibt die nach­folgende Kal­kulation eine Orientierung für die Preisfin­dung zwischen Landwirten. Sie ba­siert auf der aktuellen Markteinschätzung, wobei sich sowohl die Ertragserwartungen als auch die Marktprei­se bis zur Ernte noch deutlich verän­dern können. Entsprechend können auch die daraus abgeleiteten Si­lomaispreise Anpas­sungen erfordern. Die Tabelle zeigt ein Kalkulationsschema zur Preisableitung von Silomais auf Basis des Körnermaispreises. In dieser Kalkulation übernimmt der Käufer die Kosten für das Häck­seln und den Abtransport des Häckselgutes.

Die Verrechnungsgrundlagen beim Handel mit Silomais sind in der Praxis sehr un­terschiedlich. Üblich sind Vereinbarungen je Hektar, je Tonne Frischmasse, bei denen das Erntegut gewogen wird, oder je Tonne Trockenmasse, bei denen die Ern­temenge anhand einer Gewichts- und Tro­ckenmassebestimmung ermittelt wird. Die Kalkulationstabellen liefern daher An­haltspunkte für die unterschiedlichen Ver­rechnungsmethoden. Als Basis wurde heu­er eine Erntefeuchtigkeit von 25 % un­terstellt. Zusätzlich werden die Auswir­kungen wichtiger betrieblicher Einflussfaktoren auf die Preiserwartung des Ver­käufers, insbesondere Körnermaispreis, Körnermaisertrag, Erntefeuchtigkeit und Trocknungskosten, dargestellt. Die Detailtabellen und die detaillierte Beschreibung der Berechnungsmethode stehen auf lk-online zur Verfügung.

Berechnungsmethode
Um auf Basis eines erwarteten Körnermaispreises einen Preis für Silomais ab­zuleiten, sind einige Rechenschritte notwendig. Vom geschätzten Körnermaiserlös pro Hektar werden die einge­sparten Drusch-, Transport- und Trocknungskos­ten abgezogen und der erhöhte Nährstoffentzug durch den Abtransport der Gesamt­pflanze hinzugerechnet. Dies ergibt einen Preis pro Hektar Silomais ab Feld ohne Erntekosten. Vom Körnermaisertrag wird über ein Korn-Stroh-Verhältnis der Trocken­masseertrag der Ganzpflanze je Hektar geschätzt und daraus ein Preis pro Tonne Trockenmasse errechnet. Aus dem Trockenmassegehalt des Häckselgutes wird anschließend der Preis pro Tonne Frischmasse ermittelt.
Bei Anwendung dieses Kalkulationsschemas ergibt sich für den Verkäufer dersel­be wirtschaftliche Ertrag, unabhängig da­von, ob Körnermais oder Silomais ver­kauft wird. Da jedoch mehrere Annah­men ge­troffen werden müssen, dienen die dar­ge­stellten Werte als Orientierung. An­hand der Berechnungsschritte können Käu­fer und Verkäufer die Kalkulation an ihre betriebliche Situation anpassen und auf Basis ihrer eigenen Erwartungen hin­sichtlich Ertrag, Körnermaispreis, Erntefeuchtigkeit und Trocknungskosten einen individuellen Silomaispreis ableiten.

Kalkulationsgrundlagen
Die Beispielskalkulation basiert auf einer Preiserwartung von 260 Euro pro Tonne Kör­nermais. Ergänzend werden die Kalku­lationsergebnisse für niedrigere und hö­here Körnermaispreise dargestellt, damit die Auswirkungen von Preisänderungen nachvollzogen werden können. Zur Preisfindung je Hektar werden drei Ertragsniveaus mit 8, 10 und 12 Tonnen Trockenmais pro Hektar kalkuliert. Für die Ableitung der Preise je Tonne Erntegut wird ein Trockenmasseverhältnis zwischen Kornertrag und Ganzpflanzenertrag von 1 : 2,1 unterstellt.
Zusätzlich werden die Auswirkungen un­terschiedlicher Trocknungstarife auf den Gleichgewichtspreis ausgewiesen. Neben dem Trocknungstarif hat insbesondere die erwartete Druschfeuchtigkeit einen wesentlichen Einfluss auf die eingesparten Trocknungskosten und damit auf den S­i­lomaispreis. Daher werden die Berechnun­gen für unterschiedliche Druschfeuchten dargestellt. Ein höherer Trocknungstarif und/oder eine höhere Drusch­feuchte verringern die Preiserwartung für Silomais, ein niedrigerer Trocknungstarif und/oder eine niedrigere Druschfeuchte erhöhen diese entsprechend.

Preis ist eine Vereinbarung zwischen Verkäufer und Käufer
Das Kalkulationsschema (alle Werte inklusive MwSt.) dient als Anhaltspunkt zur Preisfindung zwischen Landwirten. Besonders bei einer Verrechnung je Hektar kommt der Ertragsschätzung entscheidende Bedeutung zu, da dabei weder eine Verwiegung noch eine Trockenmassebestimmung erfolgt.
Gerade im Jahr 2026 stellt die Ertragsein­schätzung aufgrund der zu erwartenden großen regionalen und schlagspezifischen Unterschiede eine besondere Herausfor­derung dar. Selbst zwischen benachbar­ten Flächen können die Ertragserwartun­gen deutlich voneinander abweichen. Die in den Tabellen dargestellten Ertragsniveaus verdeutlichen die daraus resultierende große Bandbreite möglicher Hektarpreise.

Um spätere Diskussionen und Missverständnisse zu vermeiden, sollten sich Käu­fer und Verkäufer daher bereits vor der Ern­te auf eine klare Verrechnungsmetho­de und einen Preis bzw. eine nachvollziehba­re Preis­ableitung einigen. Werden die Ernte und/oder der Abtransport vom Verkäu­fer durchgeführt, sind die Kosten für diese Dienstleistungen zusätzlich zu berücksichtigen.
Details zu den Berechnungsmethode, zu den Kalkulationsgrundlagen und Preisab­leitungen bei verschiedenen Annahmen für Körnermaispreis, für die Ertragserwartungen und für die erwarteten Erntefeuchte finden Sie auf lk-online.

Preisfindung für notreifen Silomais
Fehlt die Kolbenausbildung ganz oder weitgehend, liefert Silomais nur einen geringen Energie- und Eiweißgehalt und ist damit als Grundfutter von mäßiger Qualität einzustufen. Gleichzeitig sind die Kosten für Ernte, Transport und Silierung im Verhältnis zum Futterwert relativ hoch. Aufgrund des ungünstigen Verhältnisses zwischen Aufbereitungskosten und Futterwert ist der Wert des Bestandes ab Stamm daher sehr niedrig.

Dieser Beitrag wurde von DI Franz Hunger, Referent LK OÖ, zur Verfügung gestellt.

 

 

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