Herzlich Willkommen auf der Homepage der VLÖ

Die VLÖ ist die Berufsorganisation für landw. und forstw. Lohnunternehmen in
Österreich. Sie vertritt die Anliegen der Berufsbranche und ist Ansprechpartner
für alle Fragen rund um den Betrieb eines Lohnunternehmens.

Die Qualität einer Maissilage wird durch Sortenwahl und Kulturführung und Witterung vorbestimmt. Einen entscheidenden Einfluss hat aber auch die Erntetechnik. Ziel ist es, perfekt konservierte, hoch verdauliche Maissilagen mit guter aerober Stabilität zu erzeugen.

Der richtige Trockenmassegehalt (TM)
Der optimale Erntezeitpunkt liegt bei einem Trockenmassegehalt der Gesamtpflanze von 32 bis 38 %. In diesem Bereich ist die Stärkeeinlagerung bereits beendet und es erfolgt nur mehr die Trocknung. Bei höheren TM-Gehalten sinken Verdichtbarkeit und Verdaulichkeit der Pflanzen sehr rasch.
Zur Einschätzung des Trockenmassege­haltes bedient man sich der Körner und der Restpflanze. Befindet sich die Milchlinie etwa im letzten Drittel des Korns und sind die Körner von außen mit dem Fingernagel noch eindrückbar, nähert sich der Bestand häufig dem opti­malen Erntefenster. Dabei sind die inneren Körner noch etwas in Milch. An der Restpflanze sind maximal 3 Blätter vertrocknet.
Am genauesten ist die Trockenmasseanalyse im Labor. Man kann aber auch zuhause die Trockenmasse bestimmen. Dazu wird eine repräsentative Pflanze gehäckselt, und 100 g davon in einer Mikrowelle bei ca. 450 Watt für 3 Mal
4 Minuten getrocknet. Die Rückwaage ist der Trockenmassegehalt in Prozent. Alternativ kann man auch mit der Heißluftfritteuse 100 g über 45 Minuten bei 120°C trocknen.

 

Schnitthöhe
Die empfohlene Schnitthöhe liegt zwischen 20 und 30 cm. Tiefes Schneiden maximiert zwar den Ertrag, bringt aber deutliche Mengen an Erdverschmutzungen ins Siliergut und reduzieren durch den hohen Fasergehalt die Konzentration wertvoller Nährstoffe. Bei Futtermangel keinesfalls unter 15 cm Schnitthöhe ernten.

Theoretische Schnittlänge
Die theoretische Schnittlänge sollte sich an Trockenmasse und Verdichtbarkeit orientieren:
• < 30 % TM: 8-10 mm Schnittlänge
• 32–36 % TM: 6-8 mm
• über 38 % TM: 5-6 mm
Kürzere Partikel verbessern die Verdichtung, es kann aber zu Sichersaftbildung kommen. Höhere Schnittlängen führen zu schlechterer Verdichtung mit Nacherwärmungsrisiko. Das Material für die oberen 40 cm des Silos soll für eine bessere Verdichtbarkeit generell auf 5–6 mm gehäckselt werden.

Kornaufbereitung nicht unterschätzen
Mit steigender Kornreife gewinnt die Qua­lität der Kornzerkleinerung zunehmend an Bedeutung. Es muss jedes Korn zerrieben sein. Selbst größere Kornstücke (>3 mm) können nicht mehr vollständig verdaut werden. Unverdaute Stärke ist einerseits ein Verlust an wertvoller Energie, diese Stärke führt aber auch zu Dickdarmübersäuerung und Darmblutungen mit nicht zu unterschätzenden Gesundheitsfolgen.

Geprüft wird die Kornzerkleinerung bei der Ernte immer, wenn ein neues Feld be­gonnen wird – mit dem Kübeltest: einfach eine Handvoll Siliergut in einen mit Wasser gefüllten Kübel geben und kurz umrühren. Die aufschwimmenden Teile abschöpfen, das Wasser vorsichtig entleeren und unten bleiben die Körnerteile zurück.

Siliermittel gezielt einsetzen
Siliermittel werden bei Mais nicht zwingend für den Siliervorgang benötigt, sondern sorgen nach der Siloöffnung für aerobe Stabilität. Bei Maissilage sind heterofermentative Milchsäurebakterien die Mittel der Wahl. Maissilage selbst siliert sehr rasch und gut, jedoch ist die Bildung von Essigsäure entscheidend, um die Hefenentwicklung nach der Siloöffnung zu hemmen. Für eine ausreichende Gärung muss die Maissilage mindestens 6, besser 8 Wochen verschlossen bleiben. Falls der Silo schon früher geöffnet werden muss, stehen spezielle Siliermittel zur Verfügung, wobei dies aufgrund der noch schlechten Stärkeverdaulichkeit nicht empfohlen wird.

Verdichtungsarbeit als große Fehlerquelle
Eine ausreichende Verdichtung ist die wichtigste Voraussetzung für eine stabile Silage. Je geringer die jeweils aufgebrachte Schichtdicke ist, umso besser kann die Luft aus dem Futter entweichen. Das Erntegut sollte in Schichtdicken von maximal 10 cm eingebracht werden.
Schwere Walzfahrzeuge sind sehr wichtig, aber ein zu hohes Verdichtungsgewicht kann durch einschneidende Reifen auch kontraproduktiv sein. Zwei etwas leichtere Fahrzeuge sind besser als ein sehr schweres Walzfahrzeug. In den letzten Jahren ist zu bemerken, dass die schweren Walzfahrzeuge bei der Siloauffahrt das Material immer wieder lockerreißen. Die Folge daraus ist eine extreme Hefenvermehrung, weshalb wenige Tage nach der Siloöffnung Nacherwärmungsprobleme auftreten. Deshalb soll bei höherer Befüllung das schwere Walzfahrzeug nicht mehr vom Silo run-terfahren. Die Verdichtung der Auffahrt soll ein leichteres Walzfahrzeug er-
ledigen.

Silo sofort luftdicht verschließen
Nach Abschluss der Ernte muss das Silo unverzüglich luftdicht abgedeckt werden. Unnötige Zeitverzögerung zB. durch Nachwalzen fördert die Hefenvermehrung in der oberen Schicht und bildet somit die Grundlage für starke Gärhaubenbildung und spätere Nacherwärmung. Bei mehr als einem halben Jahr Lagerung wird eine Barriere-Unterziehfolie oder eine Barrierefolie empfohlen. Sie zeichnen sich durch noch weniger Luftaustausch aus. Ein Nachdrücken der Sandsäcke 2 Tage nach der Silierung verbessert die Dichtheit noch einmal.

Fazit: Die beste Maissilage entsteht nicht zufällig. Der richtige Trockenmassegehalt, eine angepasste Häcksellänge, eine inten­sive Kornaufbereitung sowie sorgfältiges Verdichten und luftdichtes Abdecken bil­den die Grundlage für hochwertige Grund­futterqualität. Wer diese Stellschrauben konsequent beachtet, schafft die Voraussetzungen für stabile Gärung, hohe Futteraufnahme und wirtschaftliche Milch- bzw. Mastleistung.
Aufgrund der sich jährlich ändernden Nährstoffgehalte in den Futterchargen wird eine Qualitätskontrolle durch eine Futteranalyse empfohlen. Damit können Kraftfutter- und Mineralfutterergänzung genau angepasst, aber auch der Gärerfolg und die Verdichtung überprüft werden. Das Futtermittellabor Rosenau steht dazu gerne als Dienstleister zur Verfügung – ab sofort auch mit den neuen GfE-Futterbewertungen für Wiederkäuer.

Dieser Beitrag wurde von DI Gerald Stögmüller, Futtermittellabor Rosenau, Landwirtschaftskammer NÖ, zur Verfügung gestellt.

 

 

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