Das österreichische Borkenkäfer-Monitoring ist ein Service des BFW, das gemeinsam mit den Landesforstbehörden und den Forstberatern der Landwirtschaftskammern 2005 ins Leben gerufen wurde, um betroffene und interessierte Waldbesitzer über die aktuelle Flugsituation der wichtigsten Borkenkäferarten zu informieren. Die Aufstellung und Betreuung der Käferfallen sowie die Dateneingabe erfolgt durch Mitarbeiter der Landes- bzw. Bezirksforstdienste, der Landwirtschaftskammern und des Instituts für Waldschutz, BFW. Die Organisation, die wissenschaftliche Betreuung und Auswertung sowie die Erstellung der Internetplattform wird am BFW durchgeführt (Institut für Waldschutz, IKT-Abteilung).
Borkenkäfer-News
Die kühlere und windige Wetterphase im April 2026 hat österreichweit einen frühen Start ins Borkenkäferjahr gehemmt. Mit den steigenden Temperaturen jetzt im Mai 2026 hat in den begünstigten, tieferen Lagen der Schwärmflug des Buchdruckers begonnen. Vor allem für Fallen in den südlichen Landesteilen wurden bereits Fänge dokumentiert. Aufgrund der witterungsbedingten Verzögerung ist mit steigenden Temperaturen auch in anderen Regionen mit dem Schwärmbeginn und konzentrierten, massiven Schwärmen zu rechnen.
Käferbäume aus dem Vorjahr, die über den Winter nicht aufgearbeitet im Wald verblieben sind, sowie Schneebrüche und Windwürfe sollten umgehend entfernt werden. Auch den Schneebrüchen des letzten Wintereinbruches ist Augenmerk zu schenken. Bei Waldbegehungen ab Schwärmbeginn sollten die Bestände auf ersten Stehendbefall kontrolliert werden und Maßnahmen sind zu setzen.
Borkenkäferbefall rechtzeitig erkennen
Das oberste Prinzip zur Abwehr ist die rechtzeitige Erkennung und unverzügliche Entfernung von befallenen Bäumen. Die Symptome an Käferbäumen variieren je nach Befallsstadium und können nur direkt am Befallsort erkannt werden. Waldbegehungen sind laufend vorzunehmen.
In der frühen Befallphase sind in der Rinde kreisrunde Einbohrlöcher zu erkennen. Nebenan befindet sich meist braunes Bohrmehl auf den Rindenschuppen. Ein frischer Harzfluss an den Einbohrlöchern, die manchmal zu Harztrichtern verklebt sind, zählen zu den weiteren Erkennungsmerkmalen.
Gefährdete Waldbestände kontrollieren
Die Suche nach den Merkmalen der frühen Befallsphase sollte in Bestandesteilen mit letztjährigen Schäden und in Gebieten mit geschwächten Bäumen regelmäßig erfolgen. Untersuchungen zeigten, dass 90% der Ausbreitungen in einem Radius von 500 Metern stattfinden. Mit der Entfernung tritt ein Verdünnungseffekt ein. Letztlich sind bei größerer Entfernung die Befallschancen von der Anzahl an Käfer abhängig.
Die wichtigsten Kontrollen starten jetzt ab April und im Mai, wo in kurzen Abständen auf befallenes Material zu achten ist. Im Hochsommer sind die Kontrollen fortzusetzen. Waldbegehungen sind in Schwärmzeiten wöchentlich vorzunehmen.
Rechtzeitige Entnahme und Abtransport
Nach dem Forstgesetz hat der Waldeigentümer einer gefährlichen Schädigung des Waldes durch Forstschädlinge vorzubeugen und diese Schädlinge, die sich bereits vermehren, wirksam zu bekämpfen. Ist ein Abtransport von befallenem und fängischem Holz nicht rechtzeitig möglich bzw. nicht erwünscht z.B. Lawinenschutz, Steinschlag, Naturschutz muss eine bekämpfungstechnische Behandlung erfolgen. Eine Lagerung von befallenem und nicht behandeltem Holz ist verboten.
Bildtext: Die rasche Aufarbeitung befallener Bestände gilt als eine der wirksamsten Maßnahmen.
Bekämpfungstechnische Behandlung
Zu den bekämpfungstechnischen Behandlungen zählen beispielsweise Entrinden mittels Entrindungsharvester (Debarking Head), maschinelle Entrindung mit Rindenhobel oder Schlitzfäse oder manuelle Entrindung mit Schöpser oder Schäleisen. Weiter sind eine Insektizidanwendung mittels zugelassener Mittel, die Abdeckung von Polter mit Insektizidnetzen, Folienlagerung oder für verbleibendes Restholz das Hacken und Zerkleinern, damit das Material brutuntauglich wird, möglich.
Fangbaumvorlage (Lenkung des Befalls)
Durch die Vorlage von Fangbäumen lenken diese schwärmende Borkenkäfer auf leichter kontrollierbare, liegende Bäume. Die Fangbaumvorlage soll zwei bis vier Wochen vor Flugbeginn bis Ende März erfolgen, nur gesunde Bäume der Ober- und Mittelschicht mit mind. 20 cm Durchmesser in einem Abstand von 8-10 m zu nächsten Bäumen. Die Besiedlungsdichte ist zu kontrollieren und ab 10 Bohrlöcher je m² ist unverzüglich nachzuschlägern. Spätestens 3-4 Wochen nach Besiedlungsbeginn sind die Bäume abzutransportieren oder bekämpfungstechnisch zu behandeln.
Aufstellen von Käferfallen (Phäromonfallen)
Das Aufstellen und Auswerten von Käferfallen in den Bundesländern erfolgt durch Organe der Landesforstdirektion bzw. Bezirksforstinspektionen oder durch Mitarbeiter der Landwirtschaftskammern. Die Organisation, wissenschaftliche Betreuung und die Erstellung der Informationsdienste führt das Institut für Waldschutz des BFW durch. Die aus dem Borkenkäfermonitoring gewonnenen Erkenntnisse können auf www.borkenkaefer.at frei abgerufen werden.
Beigezogene Unterlagen: Veröffentlichungen des Bundesforschungs- und Ausbildungszentrums für Wald und www.borkenkaefer.at



















































































































