Herzlich Willkommen auf der Homepage der VLÖ

Die VLÖ ist die Berufsorganisation für landw. und forstw. Lohnunternehmen in
Österreich. Sie vertritt die Anliegen der Berufsbranche und ist Ansprechpartner
für alle Fragen rund um den Betrieb eines Lohnunternehmens.

Gabriele Hirsch vermittelte als Trainerin des Workshops Ihre Fachexpertise zum Grünland und zur Grünlandnutzung. Zum Beginn wurden die Begriffe Dauerwiese, Feldfutter und anderweitige Futterflächen definiert. Die Dauerwiese ist demnach ein dauerhaft landwirtschaftlich genutztes Grünland, das durch eine Pflanzengemeinschaft geprägt ist und durch Mähen erhalten wird.

Zusammensetzung der Grünlandbestände

Im Wirtschaftsgrünland sind etwa 10 bis 15 Grasarten vorzufinden. In Abhängigkeit der Nutzungsintensität sind oft nur 4 bis 6 leistungsstarke Grasarten, wie beispielsweise Deutsches Weidelgras, Wiesenrispe oder Knaulgras vorhanden. Ein häufiger Schnitt und eine dementsprechende Düngung begünstigten leistungsstarke Grasarten. Extensiv genutzte Wiesen auf mageren und wenig genutzten Standorten weisen eine höhere Zahl an Grasarten (bis 20 Grasarten und mehr) auf. Im ausgewogenen Dauergrünland sollten Gräser idealerweise einen Anteil von 60-70% am Gesamtbestand ausmachen, während der Rest aus Kräutern und Klee besteht. Zu den bestimmenden Futterpflanzen des Intensivgrünlands zählen Raygräser (englisches Raygras, italienisches Raygras, und Bastardraygras), Knaulgras, Wiesenlieschgras (Timothe), Wiesenrispe und Rotklee. Die Lebensdauer von Grünlandpflanzen ist beschränkt und auch die Samenvermehrung in Wiesen ist durch häufiges Mähen eingeschränkt. Daher wird zum Qualitäts- und Mengenerhalt eine periodische Nachsaat mit 7-10 kg/ha alle 2-3 Jahre empfohlen. Das Ziel liegt in der Erreichung von vitalen, vielfältigen Pflanzengemeinschaften, die nutzungselastischer und stresstoleranter sind. Ein intensiv genutztes Grünland benötigt eine angepasste Nährstoffzufuhr.

Die Grünlandqualität wird durch den Futterwert mit Rohprotein- und Energiegehalten bestimmt. Diese Inhaltsstoffe werden bei einer Futteruntersuchung ermittelt. Bei Silagen werden auch Gärqualität und gegebenenfalls Spezialuntersuchungen z.B. wegen Clostridien vorgenommen.

Erträge und Düngung im Dauergrünland

Zu den Einflussfaktoren zählen die Bewirtschaftungsform, der Pflanzenbestand (ein hoher Anteil an Leguminosen verbessert den Proteinertrag), die Düngung und die Witterung. Trockenheitstolerante Mischungen z.B. mit Knaulgras werden zunehmend wichtiger, um auch bei ausbleibenden Niederschlägen stabile Erträge und die Nutzungselastizität zu sichern. Zur Ermittlung des exakten Düngerbedarfs empfiehlt sich eine Bodenanalyse. Die Düngung ist nach den Richtlinien für die sachgerechte Düngung empfohlen. Zur Vermeidung von Futterverschmutzung und Nährstoffverlusten sollte die Gülle im Verhältnis 1:1 verdünnt oder separiert werden. Außerdem empfiehlt sich im Hinblick auf die NEC-Richtlinie eine bodennahe Ausbringung.

Bei der Gülleausbringung durch den Lohnunternehmer muss dieser ebenso die Ausbringungsverbotszeiträume der Nitrat-AktionsProgramm-Verordnung einhalten. Somit liegt die rechtliche Verantwortung nicht allein beim auftraggebenden Landwirt, sondern auch beim Lohnunternehmer. Bußgeldstrafen können demnach ebenso an Lohnunternehmer verhängt werden, wenn Gülle innerhalb der Verbotszeiträume oder bei gefrorenen Böden oder Schnee ausgebracht wird. Ein Schwerpunkt der Workshop-Ausführungen erstreckte sich auf die Durchführung einer Bodenuntersuchung und Laboranalyse.

Bodenleben und Bodenverdichtung

Die Bodenorganismen sind der entscheidende Bestandteil eines fruchtbaren Bodens. Er setzt sich aus Pilzen (ca. 60%), Mikroorganismen (ca. 25%) und Würmer (ca. 10%) zusammen. Wichtig ist eine gute Lebendverbauung mit feinen Pflanzenwurzeln, Pilzfäden (Hyphen), Algen und Bakterienkolonien bzw. Ausscheidungsprodukten der Bodenlebewesen (Schleimstoffe). Diese besiedeln die Poren innerhalb und zwischen den Bodenteilchen. Ein fruchtbarer Boden enthält bis zu 100 Mio. Mikroorganismen pro cm³ oder bis zu 10.000 kg/ha.

Bodenverdichtung ist im Grünland ein noch immer massiv unterschätzter Schaden. Sie entsteht beim Befahren oder der Beweidung von nassen (wassergesättigten) Böden, wenn die Last durch Maschinen zu hoch ist und eine fehlende Tragfähigkeit des Bodens vorliegt. Reparaturmaßnahmen infolge von Verdichtungen sind im Grünland nur pflanzenbaulich möglich und langwierig und aufwändig.

Die Verdichtungen betreffen massiv die Pflanzenvielfalt und damit den Ertrag. Durch den schweren Druck verliert der Boden an Porenvolumen und der Bestand reagiert darauf. Hochwertige Gräser werden ebenso verdrängt und wertvolle Leguminosen nehmen ab. Eine weitere Folge ist die Versauerung des Bodens. Dies macht sich durch das Auftreten von Zeigerpflanzen für saure Böden bemerkbar (z.B.: Sauerampfer, Binsen, Ruchgras). Das Wurzelwachstum wird verflacht (oberen 5 cm), da tiefere Schichten zu hart und luftarm sind. Das entstandene flache Wurzelsystem kann in Trockenperioden auch durch den Verlust der Kapillarwirkung kaum Wasser aus der Tiefe ziehen, was zu Kümmerwuchs und Trockenschäden führt.

Mähtechnik

Der Mähzeitpunkt ist nach der Leitkultur der Wiese zu wählen. Empfohlen wird eine Schnitthöhe in der Dauerwiese von 7-8 cm. Damit kann Futterverschmutzung reduziert und eine gute Regeneration der Pflanze (Wiederanwuchs) erreicht werden. Um das beste Ergebnis zu erreichen, sollen auch die nachfolgenden Maschinen (Zetter, Schwader, Pick-Up) auf diese Höhe abgestimmt werden. Im Feldfutter mit einem hohen Luzerneanteil wird eine Schnitthöhe von 10 cm empfohlen.

Periodische Nachsaat

Damit ein Erfolg möglichst sichergestellt wird sind Bodentemperatur (mind. 10°C), Feuchtigkeit (Regen, Tau, Kapillarwasser) und Vermeidung einer Konkurrenz durch Altbestand zu beachten. Der günstigste Zeitpunkt liegt bei einer Spätsommersaat. Eine geeignete Saattechnik, wo das Saatgut auf den Boden und nicht auf anderen Pflanzen fällt und ein Anwalzen wird empfohlen. Eine Nachsaat soll mit ampferfreiem Qualitätssaatgut erfolgen. ÖAG-Mischungen gehen über die Anforderungen der Dachmarke „Saatgut Austria“ hinaus. Auch Einzelarten eignen sich für Nachsaaten. Dabei sollten im Idealfall auch ampferfreie Sorten gewählt werden.

Der Workshop war für Lohnunternehmer und Maschinenfahrer im Grünland eine wertvolle Wissenserweiterung.

 

 

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