Herzlich Willkommen auf der Homepage der VLÖ

Die VLÖ ist die Berufsorganisation für landw. und forstw. Lohnunternehmen in
Österreich. Sie vertritt die Anliegen der Berufsbranche und ist Ansprechpartner
für alle Fragen rund um den Betrieb eines Lohnunternehmens.

Die Fachgruppe Oberösterreich der gewerblichen Dienstleister und das Gütesiegel ZÖFU veranstalteten am 20. März 2026 den 4. Forstunternehmer-Tag in der FAST Traunkirchen.

Eingeladen wurden alle Forstunternehmer aus Österreich. Ein interessantes Programm mit sehr guten Vortragenden und vielen Praxisinputs kennzeichneten die Tagung.

Gemeinsame Eröffnung

DI Florian Hader, Leiter der FAST Traunkirchen begrüßte die Besucher sehr herzlich. Er ging in seinem Statement auf das breite Ausbildungsangebot am Standort Traunkirchen ein. Knapp 100 Schüler besuchen die Forstfachschule. Ebenso sind hier die Forstliche Ausbildungsstätte mit zahlreichen Kursen und Ausbildungslehrgängen bis zur Staatsprüfung und der Einforstungsverband – dem Dachverband der Einforstungskörperschaften – beheimatet. Ing. Michael Eder, Berufsgruppensprecher der Forstunternehmer in OÖ bedankte sich bei der FAST Traunkirchen für die geleisteten Vorbereitungen. Forstunternehmen erbringen heute für die Waldbesitzer eine Vielzahl forstlicher Aufgaben von der Waldpflege bis zur Holzernte.

Rechts- und Arbeitssicherheit im Wald

DI Josef Hinterberger, Mitarbeiter der FAST Traunkirchen und ZÖFU-Auditor informierte mit praktischen Hinweisen über das Thema Rechts- und Arbeitssicherheit. Eine wichtige Grundlage vermittelt auch die Info-Broschüre zur sicheren Waldarbeit, erschienen im Juni 2025. In seinen „10 Gesetzen für Forstunternehmer“ nannte er die 10 Verbesserungspotenziale, die bei den ZÖFU-Audits festgestellt werden. ZÖFU beschreibt ein zertifiziertes Forstunternehmen – ein Gütesiegel für Forstunternehmen, das nach sozialen, ökologischen und nachhaltigen Richtlinien arbeitet.Seit April 2025 bestehen neue PEFC-Standards, wonach Waldbesitzer ZÖFU-zertifizierte Forstunternehmen bevorzugen sollen. Ab Jänner 2029 ist der Einsatz solcher Unternehmen in hoch- und vollmechanisierten Holzernte verpflichtend. Das PEFC-Siegel dokumentiert eine ökologische, ökonomische und nachhaltige Forstwirtschaft.

Verbesserungspotenziale in der Waldarbeit

Auswertungen von ZÖFU-Audits – es wurden seit 2018 rund 250 Audits in 120 Unternehmen zum Stand Juni 2025 durchgeführt – ergaben, dass gewisse Abweichungen von den Anforderungen regelmäßig festgestellt wurden. ZÖFU hat in einer Reihenfolge zehn Verbesserungspotenziale zusammengefasst, die in den Audits am häufigsten hervorgingen.

Verbesserungspotenziale beim Einsatz von Forstmaschinen

Lfd. Nr.

Indikator

Bezugsquelle

Häufigkeit der Abweichung

1

Gültige Arbeitsmittel-Überprüfung (Kran- und Windenbuch) vorhanden?

§8 Arbeitsmittel-Verordnung (AM-VO)

91%

2

Verwendung von biologisch rasch abbaubarem Ketten- und Hydrauliköl

PEFC Austria Standard 2024-Kapitel 5.2.3.3

64%

3

Schriftliche Bestätigungen gültiger Erste-Hilfe-Kurse

§26 Abs. 3 Arbeitnehmerinnenschutzgesetz (ASchG)

51%

4

Geprüfter Feuerlöscher auf der Forstmaschine

§7 Versandbehälter-Verordnung/Betriebsanleitung (VBV)

50%

5

Angaben auf der Maschine zur Gefahrenzone (laut Betriebsanleitung) vorhanden

ISO 12100 Norm /Betriebsanleitung

44%

6

Schriftliche Arbeitsunterweisung

§14 Arbeitnehmerinnenschutzgesetz (ASchG)

39%

7

Ölunfallsetz auf der Forstmaschine

PEFC Austria Standard 2024-Kapitel 5.2.3.3

37%

8

Befristet forstliches Sperrgebiet richtig und gesetzeskonform abgesichert

Forstliche Kennzeichnungs-Verordnung (FKV)

35%

9

Schriftliche Anweisung zur forstlichen Rettungskette

ZÖFU-Standard

29%

10

Koordinaten des Arbeitsorts bekannt

ZÖFU-Standard

29%

Tabelle: ZÖFU-Selfcheck-Liste

In den weiteren Ausführungen ging DI Hinterberger auf die einzelnen Maßnahmen, wie die Wiederkehrende Überprüfung von Arbeitsmittel ein, die jährlich durchgeführt werden muss. Über den Zeitraum von drei Jahren darf diese im Zuge einer Eigenprüfung durch eine fachkundige Person im Betrieb erfolgen. Im vierten Jahr muss eine Fremdprüfung durch eine externe befugte Person z.B. Ziviltechniker durchgeführt werden. Dies betrifft Forstseilwinden, Forwarder, Seilkrananlagen, Baggerprozessor mit Lasthaken. Für Harvester und Holzverladezange am Traktor muss im vierten Jahr keine externe Person beigezogen werden. Wichtig ist die jährliche Eintragung im Prüfbuch und der Prüfbefund, eine Kopie davon oder eine Prüfplakette laut §8 AM-VO müssen auf der Maschine sein. Bei einer Prüfplakette muss diese über die Fahrzeug-Identnummer nachvollziehbar sein. Im Anschluss wurden die weiteren Punkte erläutert.

Biologisch abbaubare Öle

Martin Holzer, Vertriebsleiter von Nils Schmierstoffe aus Südtirol stellte die Produktpalette, ausgehend von den Basisprodukten und die Anwendung biologisch abbaubarer hydraulischer Flüssigkeiten vor.

Für die Anerkennung als biologisch abbaubares Produkt wird auf die aktuell gültigen (neuen) OECD-Testrichtlinien 301 A bis F zur biologischen Abbaubewertung von Tensiden verwiesen. Bei Schmierstoffen wird vor allem die Methode 301 B angewendet.

Biologische Hydraulikflüssigkeiten werden nach der Rohstoffbasis in vier verschiedene Produktgruppen eingeteilt:

  • HEES: Synthetische Ester (gesättigt oder ungesättigt) können auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen oder auf Basis von Mineralöl synthetisiert werden. Sie entstehen aus der Verbindung von Fettsäuren und Alkohol unter Abspaltung von Wasser.
  • HFDU und HETG: Native Ester – werden aus Pflanzenölen gebildet, üblicherweise aus Raps oder Sonnenblumen gewonnen. Die Ester bestehen im Wesentlichen aus Triglyceriden. Natürliche Ester können nur bei niedrigen Temperaturbelastungen eingesetzt werden.
  • HEPG: Polyglycole werden aus Mineralölen hergestellt. Sie sind biologisch gut abbaubar und nicht wassergefährdend. Die technischen Eigenschaften sind mit denen von Mineralölen vergleichbar.
  • HEPR: Mischungen aus Polyalphaolefinen (PAO) und verwandten Kohlenwasserstoffen. Sie werden aus den Paraffinen, die bei der Erdöldestillation anfallen, mittels Hydrocracking gewonnen.

Als wesentliches Eigenschaftsmerkmal für die Verwendung von Biohydrauliköl zählt die Jodzahl, wo ein Zielwert unter 10 gilt. Dieser wird am besten mit gesättigten HEES erreicht. HEPR-Öle sind dabei den Markt für Bioöle zu revolutionieren und finden immer mehr Anwendung. Sie weisen ein herausragendes Viskositäts-/Temperaturverhalten, sehr gute tribologische Eigenschaften, einen guten Korrosionsschutz und eine gute Verfügbarkeit in den verschiedenen Viskositätsklassen auf. Weiter sind sie mit Mineralöl mischbar und verträglich. Der Einsatzbereich dieser Öle ist sehr breit, als Hydrauliköle und als Motoröle.

Die Firma Nils arbeitet an der Entwicklung von HEPR-Ölen seit 2012 (Antares HEPR 46). Seit 2021 werden bei Prinoth alle Fahrzeuge mit HEPR-Ölen erst befüllt. Der Meilenstein und zugleich die Krönung von Nils und die Entwicklung von HEPS-Ölen ist 2025 mit dem Bestehen des Bosch Rexroth Fluid Rating Test und der darin enthaltenen Freigabe von Ritoma HEPR EVO 46 als erstes Produkt dieser Technologie in Europa gelungen.

Produktvorstellungen von Ritter und HAFO-Forsttechnik

Andreas Eisle, Vertriebsverantwortlicher für Ritter aus dem Schwarzwald (D) stellte Forstmaschinen für individuelle Anwendungen vor. Der Anbieter fertigt leistungsstarke Skidder (Forstrückezüge), das sind selbstfahrende Maschinen zum Rücken von Holz (Langholz) mit oder ohne Wagen, bietet zuverlässige Forstseilwinden und flexibel einsetzbare Rückekräne an. Das Angebot wird durch moderne Seilkräne und Seilkrananlagen ergänzt. Abgerundet wird das Programmsortiment mittels Frontlader-Greifer.

HAFO hat sich seit der Gründung im Jahr 2016 einen Namen für hydraulische Hilfsseilwinden als Unterstützung beim Ausziehen von Seilen bzw. Ketten an Seilwinden gemacht. Damit erfolgt die Forstarbeit deutlich effizienter und ergonomischer. Müheloses Ziehen von schweren Seilen insbesondere im steilen Gelände gehören der Vergangenheit an. Josef und Ulrich Haselsteiner haben das Unternehmen und die Produkte aus dem Hause HAFO vorgestellt.

Produktvorstellung von Husqvarna

Über die neuen Motorsägenmodelle von Husqvarna informierten Günter Feilmayr und Alexander Weißenböck. Im Mittelpunkt standen die neuen Generationen von Benzin- und Akkusägen. Bei der Benzinsäge wurden die hervorragenden Eigenschaften des Modells 564XP mit Kraftstoffeinspritzung und 3,9 kW Antriebsleistung vorgestellt. Bei den Akkusägen steigt die Leistungsfähigkeit und so kann heute mit Reserveakkus eine gute Tagesarbeit erbracht werden.

Der Technical Helm von Husqvarna ist mit Mips®-Sicherheitssystem für Forsthelme ausgestattet. Dadurch werden Schläge für den Kopf deutlich reduziert. Dieser robuste und dennoch leichte Forsthelm bietet Gehörschutz, Visier und Nackenschutz. Insgesamt ist der Helm so komfortabel, dass Sie sich voll auf Ihre Arbeit konzentrieren können.

Nachmittagsprogramm

Am Nachmittag folgten an mehreren Stationen Maschinenvorführungen. Dazu zählten der Ritter Skidder R170 (Rückezug), die Ritter Konstantzugwinde SD 70, ein selbstfahrender Raupenzug, Kettensägen von Husqvarna, das Produktportfolio von HAFO, technische Anwendungen von Nils und der Seilwindenprüfstand.

Abschluss

Der Forstunternehmertag 2026 bot ein breites Informationsprogramm zur praktischen Arbeit mit Forstmaschinen.

 

 

Unsere Hauptsponsoren: