Herzlich Willkommen auf der Homepage der VLÖ

Die VLÖ ist die Berufsorganisation für landw. und forstw. Lohnunternehmen in
Österreich. Sie vertritt die Anliegen der Berufsbranche und ist Ansprechpartner
für alle Fragen rund um den Betrieb eines Lohnunternehmens.

Seit Inkrafttreten der Novelle zum Nitrat-Aktionsprogramm (NAPV) mit 1. Jänner 2023 sind Einsatz und Management stickstoffhaltiger Dünger noch stärker geregelt.

Neben strengeren Vorgaben zur Düngebemessung stehen vor allem die Reduktion von Nährstoffeinträgen in Gewässer sowie Anforderungen an Lagerung und Ausbringung von Wirtschaftsdüngern im Fokus. Besonders die Herbstdüngung wurde neu bewertet und teilweise eingeschränkt. Für landwirtschaftliche Betriebe und Lohnunternehmer bedeutet das: präzisere Planung, angepasste Ausbringtechnik und ein noch effizienterer Umgang mit Stickstoff.

Effizientes Düngermanagement lohnt sich

Dass diese Einschränkungen nicht zwangsläufig Ertragseinbußen bedeuten, zeigen mehrjährige Versuche der Innovation Farm in Wieselburg in Zusammenarbeit mit LAT Nitrogen. Untersucht wird, wie sich Rindergülle, Schweinegülle und Rinderfestmist im Vergleich zu rein mineralischer Düngung unter Praxisbedingungen bewähren. Ziel ist es, die Stickstoffeffizienz zu erhöhen und potenzielle Verluste zu minimieren – ein Thema, das sowohl ökonomisch als auch rechtlich zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Geprüft werden verschiedene Ausbringvarianten: Gülle breitverteilt oder bodennah mittels Schlepp-schuh, sowohl im Frühjahr als auch – wo zulässig – im Sommer bzw. Herbst. Ergänzend werden mineralische N-Gaben abgestuft eingesetzt, sodass Gesamtstickstoffmengen zwischen 80 und 170 kg N/ha erreicht werden. Die Versuche laufen in einer viergliedrigen Fruchtfolge mit Winterweizen, Wintergerste, Winterraps und Körnermais.

Herbstgabe: stark kulturabhängig

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass der Erfolg einer Herbstdüngung stark von der Kultur abhängt. Winterweizen – ohnehin seit 2023 im Herbst nicht mehr zulässig – reagierte in den Versuchsjahren klar negativ auf eine alleinige Herbstgabe von Wirtschaftsdünger. Auch bei Wintergerste brachte die Herbstdüngung im Vergleich zur Frühjahrsanwendung keine Vorteile, teilweise sogar spürbare Mindererträge. Ursache ist vor allem die begrenzte Stickstoffaufnahme im Herbst bei gleichzeitig erhöhtem Verlustrisiko.

Abbildung 1: Ernteergebnisse Winterweizen, 2023

 

 

Abbildung 2: Ernteergebnisse Wintergerste 2023

 

Anders stellt sich die Situation bei Winterraps dar. Diese Kultur kann im Herbst größere Stickstoffmen-gen aufnehmen und effizient verwerten. Reine Herbstwirtschaftsdüngervarianten lagen zwar meist leicht unter den Frühjahrsvarianten, die Unterschiede waren jedoch deutlich geringer als beim Getreide. In der Praxis bewährt sich hier häufig eine Kombination aus Herbst- und Frühjahrsdüngung.

 Abbildung 3: Ergebnisse Winterraps, 2023

 

Besonders interessant für viehintensive Betriebe ist Körnermais. Als guter Verwerter organischer Nähr-stoffe zeigte er kaum Ertragsunterschiede zwischen den geprüften Wirtschaftsdüngervarianten. Bewährt hat sich die Ausbringung in eine bestehende Winterbegrünung. Zwischenfrüchte nehmen den Stickstoff auf, binden ihn in ihrer Biomasse und stellen ihn der Folgekultur zur Verfügung. Zusätzlich verbessert sich oft die Befahrbarkeit im Herbst. Entscheidend im Frühjahr ist jedoch die rasche Einarbeitung der Gülle, um Ammoniakverluste zu minimieren und die N-Verfügbarkeit zu sichern.

 Abbildung 4: Ernteergebnisse Körnermais, 2023

 

Ausbringtechnik als zentraler Hebel

Ein klarer Vorteil zeigte sich bei der bodennahen Ausbringung mit Schleppschuh – insbesondere im Getreide und im Raps. Bei gleicher ausgebrachter Stickstoffmenge wurden in den reinen Wirtschaftsdüngervarianten Mehrerträge von bis zu 2 t/ha erzielt. Die bessere Platzierung reduziert Emissionen und steigert die Nährstoffeffizienz. Für Lohnunternehmer ergibt sich daraus ein starkes Argument für moderne, emissionsarme Technik.

Beim Körnermais spielte die Wahl zwischen Breitverteilung und bodennaher Ausbringung hingegen eine geringere Rolle. Hier ist weniger die Technik als vielmehr das zügige Einarbeiten nach der Ausbringung ausschlaggebend.

Schweinegülle meist effizienter

In mehreren Versuchsjahren zeigte Schweinegülle tendenziell eine höhere Stickstoffwirksamkeit als Rindergülle. Ein wesentlicher Faktor ist der Trockensubstanzgehalt: Rindergülle enthält meist mehr Feststoffe, was die Infiltration verzögert, und die Verluste erhöhen kann. Durch Verdünnung, gute Homogenisierung oder technische Aufbereitung (z. B. Separation) lässt sich die Effizienz verbessern. Unabhängig von der Herkunft gilt: Je schneller die Gülle in den Boden eindringt, desto geringer sind die Ammoniakverluste.

Abbildung 5: Vergleich Rinder- und Schweinegülle Winterweizen, Ergebnisse 2022

 Fazit für Praxis und Lohnunternehmen

Die bisherigen Versuchsergebnisse bestätigen, dass Wirtschaftsdünger bei richtiger Strategie ein leis-tungsfähiger Baustein im N-Management sind. Während Herbstgaben im Wintergetreide kritisch zu bewerten sind, bieten Raps, Zwischenfrüchte und Körnermais gute Möglichkeiten zur effizienten Nut-zung organischer Nährstoffe.

Im Frühjahr liefern Wirtschaftsdünger in allen geprüften Kulturen stabile Ergebnisse – insbesondere in Kombination mit gezielten mineralischen Ergänzungen. Neben der passenden Kulturwahl sind der Trockensubstanzgehalt, eine gute Gülleaufbereitung und vor allem die Ausbringtechnik entscheidende Stell-schrauben.

Für Lohnunternehmer bedeutet das: Emissionsarme, bodennahe Systeme sind nicht nur aus rechtlicher Sicht zukunftssicher, sondern bieten auch klare pflanzenbauliche Vorteile. Wer Technik, Terminwahl und N-Menge optimal aufeinander abstimmt, kann Wirtschaftsdünger effizient einsetzen und gleichzeitig den steigenden gesetzlichen Anforderungen gerecht werden.

Dieser Beitrag wurde von Dr. Franz Heinzelmaier, Fachberater und Digital Farming Manager LAT Nitro-gen Austria GmbH zur Verfügung gestellt.

 

 

Unsere Hauptsponsoren: