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Die VLÖ ist die Berufsorganisation für landw. und forstw. Lohnunternehmen in
Österreich. Sie vertritt die Anliegen der Berufsbranche und ist Ansprechpartner
für alle Fragen rund um den Betrieb eines Lohnunternehmens.

Das Aufarbeiten von Holz, das nach Schneedruck und Windwurf unter Spannung steht, oder die Ernte von Laubholz erfordern spezielle Fälltechniken. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn Bäume oder Teile davon abgestorben sind, wie dies aktuell häufig bei Eschen vorkommt. Daher stellen wir im Fol-genden einige neue, in der Praxis bewährte Methoden zur Baumfällung vor.

Seilunterstützte Fällung mit Königsbronner Anschlagtechnik

Diese Methode ist besonders für die Fällung abgestorbener Bäume, etwa von Eschen, geeignet. Bei einer herkömmlichen Fällung mittels Keil einschlagen können durch die Erschütterung Baumteile herunterfallen oder der ganze Baum in sich zusammenbrechen. Daher ist für das Fällen abgestorbener Bäume diese Technik nicht mehr empfehlenswert. Die seilunterstützte Fällung mit spezieller Schneidetechnik bringt in diesem Fall für den Motorsägenführer einen erheblichen Sicherheitsgewinn, da dieser einen sicheren Standplatz aufsuchen kann, bevor der Baum umgezogen wird.

Schrittfolge für seilunterstützte Fällung

  1. Mittels Teleskopstange wird das Hilfsseil möglichst hoch am Baum angebracht (Königsbronner Anschlagtechnik), mit dem Seil der Traktorwinde oder der Hilfswinde verbunden und leicht vorgespannt. Achtung: Sicherheitsabstand einhalten – der Baum kann schon zusammenbrechen.
  2. Fallkerb anlegen.
  3. Fällschnitt ausführen durch Anstechen und Halteband belassen.
  4. Halteband ca. 20 cm tiefer durchtrennen (die stehende Holzfaser hält den Baum aufrecht).
  5. Sicheren Standplatz aufsuchen.
  6. Baum umziehen.

 

Sicherheitsfälltechnik

Dieser Schnitt gewährleistet, dass der Baum erst dann umfällt, wenn das hintere Halteband  (siehe Schritt 4) durchtrennt wird. Wurde der Baum falsch eingeschätzt, kann er dennoch nicht aufreißen, da die Fasern an der Druckseite, mit Ausnahme der Bruchleiste, bereits durchschnitten sind.

Dieser Schnitt hat sich als Standardschnitt durchgesetzt. Ein Baum reißt nur auf, wenn auf der Druckseite zu viel Holz stehen bleibt. Deshalb sollte man bei gesundem Laubholz über 40 cm Durchmesser einen Herzstich zur Minderung der Bruchleiste durchführen.

  1. Fallkerb anlegen
  2. Stechen und Ausformen von Bruchleiste und Sicherheitsband
  3. Gegebenenfalls weiteres Ausformen des Fällschnittes auf der anderen Seite
  4. Keile setzen
  5. Sicherheitsband von hinten durchtrennen

 

V-Schnitt – Fälltechnik bei stark gebogenem Stamm (Schwachholz)

Um das gefährliche Aufreißen zu verhindern, hat sich im Schwachholz der V-Schnitt als Stand der Technik etabliert. Durch die Keilform bleibt auf der Druckseite nur wenig Holz über. Dadurch kann auch nichts aufreißen. Die ungefähre Fällrichtung wird ohnehin durch die Biegung vorbestimmt.

1 und 2. Zwei überlappende Fallkerbe in V-Form anlegen (Winkel zueinander etwa 70 Grad) und 3. Fällschnitt von der Zugseite, rund 2 cm höher als die Fallkerbsohlen durchführen. Schnittführung, bis der Baum zu fallen beginnt.

Achten Sie zudem immer auf die Verwendung von ausreichend dimensionierten Umlenkrollen und Ketten. Bereits kleine Bloche, die sich in einer Wurzel oder anderem Hindernis verhaken, bewirken, dass die ganze Zugkraft der Seilwinde auf die Kette kommt. Schnell kommt es dann zu einem Kettenriss oder dem seitlichen Ausschlagen der Bloche. Deshalb sollte man niemals direkt neben oder gar vor den zugezogenen Blochen mitgehen, sondern unbedingt einen Sicherheitsabstand von eineinhalb Blochlängen (6-8 m) einhalten.

Es gibt noch viele weitere Tipps und Techniken. Diese kann man bei Kursen an der Fast Traunkirchen bzw. bei Forstkursen des LFI erlernen – wertvolles Wissen, das die Waldarbeit ein Stück sicherer macht.

Dieser Fachbeitrag wurde von Siegfried Birngruber (SVS) zur Verfügung gestellt.

 

 

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