Am Freitag, 23. Februar hat der Lohnunternehmer-Tag 2018 im CLAAS Regional Center Central Europe in Spillern stattgefunden. Über 180 Personen besuchten die Veranstaltung und die VLÖ war vom tollen Besuch überwältigt. Damit konnte ein neuer Besucherrekord erreicht werden. Wir danken allen Mitgliedern, Firmenpartnern und Freunden für das zahlreiche Kommen.

Eine positive Stimmung, interessante Gespräche und ein gutes Feedback zu den Vorträgen und zur Besichtigung des Regionalzentrums beschreiben die sehr erfolgreich verlaufene Tagung. Die VLÖ möchte sich für die perfekte Zusammenarbeit und die tolle Unterstützung beim gesamten Team von Claas herzlich bedanken.

 

VLÖ-Vorsitzender Manfred Humer
VLÖ-Vorsitzender Manfred Humer und Claas-Geschäftsführer Arved von Bieberstein begrüßten die zahlreich gekommenen Besucher.

Geschäftsführer Arved von Bieberstein ging in seiner Begrüßung auf CLAAS in Spillern näher ein. Seit Oktober 2011 ist CLAAS hier vertreten und mit dem Regional Center Central Europe Ansprechstelle für die Länder Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Herzegowina, Ungarn, Slowakei und Tschechien. Er berichtete von einer erfreulichen Entwicklung. Für 2018 sind im Verkauf beispielsweise 300 Mähdrescher und die verschiedensten Landmaschinen über das Regionalcenter in Österreich geplant. Der Standort Spillern wurde im letzten Jahr um die Länder Ungarn, Slowakei und Tschechien erweitert.

Vormittag: Betriebsbesichtigung und die Themenblöcke: Umgang mit dem Boden, KV Agrarunternehmer

Am Vormittag standen eine Besichtigung des Claas Regional Center und Fachinformationen zum Umgang mit dem Boden und KV Agrarunternehmer auf dem Programm.

In Spillern befindet sich ein Ersatzteillager mit über 23.000 lagernden Original-Teilen, guten Schulungsräumlichkeiten für Service-Mitarbeiter und ein Büro. Ing. Franz Baum führte die Besucher durch das Ersatzteillager, das im Juni 2012 eröffnet wurde. Die Kunden werden täglich mit Ersatzteilen versorgt und Nacht-Express-Bestellungen können bis 17:30 Uhr von den Händlern vorgenommen werden. Am nächsten Werktag sind die Ersatzteile vor Ort, so Franz Baum. In der Erntesaison sind wir an Werktagen bis 22 Uhr erreichbar, wo Teile abgeholt bzw. von unseren Kunden bestellt werden können. Hiermit garantieren wir einen sehr hohen Servicegrad.


Ing. Franz Baum gab einen guten Einblick zur Ersatzteilversorgung und zu den Leistungen von CLAAS am Standort Spillern.


Dr. Hans-Peter Haslmayr vermittelte die Zusammenhänge von Bodenaufbau, Bodenstruktur und Tragfähigkeit beim Befahren mit schweren Maschinen.

Zwischendurch: Erfahrungsaustausch

In den Pausen erfolgte ein reger Informationsaustausch. Die Besucher konnten sich an den Info-Ständen mit Firmenpartner sehr gut austauschen und „Netzwerken“.

Nachmittag: Zwei Fachvorträge und Bundesversammlung

Nach einem Gruppenfoto ging´s zum Nachmittagsprogramm mit zwei hochkarätigen Vorträgen.

Zuvor folgten Grußworte von Dr. Christian Fuchs, Obmann des Fachverbands der gewerblichen Dienstleister in der WK Österreich. Er bedankte sich für die sehr gute Zusammenarbeit mit dem VLÖ und ging auf gemeinsamen Projekte wie beispielsweise dem Berufsbild, KV für Agrarunternehmer und auf geplante Messeaktivitäten ein.

Zukunftssicherung für Familienunternehmen

Anschließend referierte Frau Dr. Julia Süss-Reyes über die Zukunftssicherung für Familienunternehmen: Was unterscheidet Familienunternehmen?

 

Herausforderungen der Landtechnik aus der Sicht eines globalen Landmaschinenherstellers

Referat von Dr. Eberhard Nacke

Für die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen haben wir weltweit begrenzte Ressourcen. Es geht um das Management knapper Ressourcen. Dazu braucht es Produktivität & Effizienz, Präzision & Qualität. Im Umgang mit dem Boden müssen wir darauf achten die Produktivkraft des Bodens zu sichern. Nacke geht davon aus, dass bodenschonende Systeme stark an Bedeutung gewinnen werden. Eine effiziente Landwirtschaft wirkt sich mitunter beängstigend auf eine schlecht informierte Bevölkerung aus. Wir müssen die Gesellschaft in unserem Handeln einbinden.

Die satellitengestützte Präzisionslenkung erlebt einen Siegeszug. Damit werden Überlappungen vermieden und es erfolgt eine exakte Platzierung von Saatgut und Dünger. Eine Herausforderung wird der Ausbildungsgrad und die Motivation des Bedieners moderner Maschinen sein. Der Fahrer muss die Entscheidungen treffen, die Anforderungen wachsen mit dem Fortschritt entsprechend mit. Eigenschaften des bearbeiteten Guts z.B. des Druschguts bei Getreide ändern sich permanent, wo der Fahrer und die Maschine auf Einstellparameter reagieren müssen.

Nacke spricht an, dass Optimierung über ein „Denken im System“ erfolgt, beginnend bei der Anbauplanung, über Auflagenkontrolle (CC), Düngeroptimierung und Dokumentation und das zu einem ganzheitlichen Ansatz gelangt. Er geht davon aus, dass sich Daten unterschiedlicher Quellen vernetzen und die Nutzung in Maschinen verschiedener Hersteller erfolgen wird. Aus Altmaschinen werden in der Prozessoptimierung an Bord sein – dort wo es sinnvoll ist.

Regulierungen und Bürokratie prägen die Landwirtschaft und Landtechnik. Mit den Abgasvorschriften in der Landtechnik wurden für Neumaschinen innerhalb von 15 Jahren der Ausstoß von Stickoxyden und Feinstaub in Europa um rund 96% gesenkt.

Zum Abschluss geht der Vortragende auf Potenziale landtechnischer Verfahrensketten zur effizienten Kraftstoffnutzung ein. Dazu zählen:

  • Maschineneffizienz (Optimierung von Motor, Getriebe, Hydraulik, …)
  • Prozesseffizienz (Auswahl optimaler Maschinenkombinationen, Abstimmung der einzelnen Prozessschritte aufeinander)
  • Bedienung (Verbesserte Schulung und Ausbildung von Anwendern, Umsetzung fachlicher Praxis)
  • Alternative Energiequellen (Verwendung von regenerativen Kraft- und Schmierstoffen, Einführung alternativer Antriebskonzepte)

Es geht um die Nutzung der Innovationskraft des freien Wettbewerbs, um Lösungen mit dem höchsten Effizienzgewinn zu erzielen.

Herr Dr. Eberhard Nacke ist Abteilungsleiter für Produktionsstrategie bei CLAAS Harsewinkel.

 
Vorsitzender Humer dankte den Vortragenden Dr. Eberhard Nacke und Dr. Julia Süss-Reyes.

Bundesversammlung

In den Geschäftsberichten informierten Vorsitzender Manfred Humer und Geschäftsführer Helmut Scherzer über ein erfolgreiches Jahr. Die VLÖ: Vereinigung Lohnunternehmer Österreich konnte in den letzten drei Jahren – von 2015 bis 2018 – ihre Mitgliederzahl verdoppeln. Aktuell verzeichnete der Verband 194 Mitgliedsbetriebe. Die Mitgliedsunternehmen haben sich auf die Erbringung von Dienstleistungen mit Maschinen für die Land- und Forstwirtschaft und auf kommunale Aufgaben spezialisiert.

Vorsitzender Humer sieht die Mitgliederentwicklung als Beweis für die kontinuierliche Arbeit des Verbands und das Leistungsangebot für die Mitglieder. Jeder Unternehmer soll in allen Disziplinen fit sein. Das geht nicht so einfach. Eine Mitgliedschaft gibt Sicherheit zu allen Fragen im Dienstleistungsgeschäft. Der Verband erbringt Beratungs- und Serviceleistungen und tritt für die Interessen der Branche ein. Ob für Neueinsteiger oder für routinierte Betriebe, jeder Betrieb ist für eine Unterstützung und Serviceleistung dankbar. Die Interessenvertretung für die Unternehmen zählt zu den Basisaufgaben der VLÖ.

Geschäftsführer Helmut Scherzer ging in seinen Ausführungen auf die abgelaufene Wintersaison mit vier Agrardienstleister-Tage und fünf durchgeführten Seminaren näher ein. Der Renner waren die Fachseminare zum Thema Arbeitsaufzeichnungen.

Geschäftsführer Helmut Scherzer stellte einen erfolgreichen Bericht vor. Der Mitgliederstand ist im abgelaufenen Jahr um 40 Mitglieder auf 194 gewachsen. Die stärksten Bundesländer sind NÖ mit 63, gefolgt von OÖ mit 56 und Steiermark mit 28 Mitgliedern. Im Bereich Firmenpartner konnte ebenso ein Ausbau von 63 auf 73 Fördermitglieder erfolgen. Im Jänner und Februar wurden neuen Veranstaltungen, davon vier Dienstleister-Tage und fünf Seminare, durchgeführt.

Die Mitgliederzeitung Lohnunternehmer aktuell mit acht Ausgaben im abgelaufenen Jahr und die Homepage etablieren sich als zentrale Informationsträger der VLÖ nach außen. Newsletter an Mitglieder und Firmenpartner und Mitteilungen auf Facebook ergänzen das Informationsprogramm.

Zu den Mitgliedervorteilen zählen ausgearbeitete Rechtsmuster wie AGB und Werkverträge, spezielle Versicherungspakete, Vorlagen im Marketing, LU-Berufsbekleidung und eine Beratung der Mitglieder vor Ort.

 

Gewinnspiel

 
Geschäftsführer Bieberstein (Mitte) und Herr Baum (rechts) gratulierten dem Gewinner zum Hauptpreis von einem 208 l Fass Motoröl von CLAAS.

 

 

 

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