In der letzten VLÖ-Vorstandssitzung am 12. Dezember 2017 war Herr Dr. Stephan Pernkopf, zuständiges Regierungsmitglied für den Bereich Landwirtschaft und Umwelt in Niederösterreich, zu Gast. Er stand für einen Informationsaustausch und das anschließende Interview gerne zur Verfügung.

LU-Aktuell: Der VLÖ-Vorstand setzt sich aus elf Mitgliedern zusammen. Die Schwerpunkte dieser Betriebe liegen in der Getreide-, Mais- und Futterernte sowie im Kommunalbereich. In Summe bearbeiten sie bei den Landwirten rund 50.000 ha Fläche.

 

Erste Frage an Herrn Dr. Pernkopf:

Welche Bedeutung haben die Leistungen von LU für die Landwirtschaft?

Die LU sind ausgewiesene Profis und arbeiten sehr schlagkräftig. Für die bäuerlichen Betriebe bedeutet das den aktuellen technischen Fortschritt zu nutzen bei gleichzeitig niedrigen Fixkosten. Damit können die Betriebe die liquiden Mittel in die Betriebsentwicklung wie beispielsweise in die Tierhaltung, in einen spezialisierten Zweig mit Be- und Verarbeitung oder in die Direktvermarktung investieren. Gerade unsere Klein- und Mittelbetriebe profitieren von den Vorteilen. Speziell in Spitzenzeiten wie z.B. in der Ernte kann dann effizient gewirtschaftet werden.

LU-Aktuell: Laut Grünen Bericht kaufen die Landwirte jährlich landwirtschaftliche Dienstleistungen im Wert von rund 300 Mio. EUR bzw. gut 4% des landwirtschaftlichen Produktionswerts zu. Ein erheblicher Teil der Dienstleistungen wird von LU erbracht.

 

 

Zweite Frage:

Wie lässt sich dieser Wert erhöhen und welche Potenziale sehen Sie in Zukunft?

Die immer stärker werdende Spezialisierung der Betriebe erfordert auch immer mehr Know-How am Betrieb. Zum einen legen wir in der Landwirtschaft insgesamt große Anstrengungen in die beste Ausbildung, der Betriebsführerinnen und Betriebsführer genauso wie im gesamten Arbeits- und Wertschöpfungsprozess. Zum anderen wird es aber in Zukunft noch verstärkter als bisher Spezialisten brauchen. Der größte Vorteil für alle ist es aber sicher, wenn wir generell die Wertschöpfung im Inland halten und erhöhen, durch Unterstützungen für die gesamte Landwirtschaft und durch mehr heimische Lebensmittel und im Handel.

LU-Aktuell: Niederösterreich ist ein starkes Agrarbundesland und die VLÖ hat in NÖ ihre meisten Mitglieder. Agrarische Dienstleistungen stehen zueinander in einem hohen Wettbewerb. Die Arbeitsfenster werden kürzer und die Investitionskosten von Maschinen steigen weiter. Somit reduziert sich die Ertragskraft für den einzelnen Dienstleister.

 

Dritte Frage:

Sehen Sie unter den aktuellen Herausforderungen für LU auch Chancen für Optimierungen?

Verbesserungen und Optimierungen sind immer möglich, denn die Technik und Wirtschaftsprozesse leben vom ständigen Fortschritt. Diese sind dort am wirkungsvollsten umsetzbar, wo unnötige Arbeiten oder Fahrten vermieden werden kann. Da kann man sicher noch effizienter werden, dort liegt in der Zukunft noch viel drinnen. Beispielsweise wird im Mähdrusch oder beim Ballen pressen viel kreuz und quer gefahren. Weitere Optimierungen sehe ich in der Wartung und beim Umgang mit den Maschinen, ich selbst bin ja ausgebildeter Landmaschinentechniker. Top-gewartete Maschinen sind in der Saison einfach zuverlässiger.

 

Vierte Frage:

Welche Wünsche und Anregungen haben Sie an die LU?

Ich wünsche den Lohnunternehmern viel Erfolg bei ihrer Arbeit. Sie sind eine wichtige Stütze für die bäuerlichen Betriebe, denn ohne ihre Leistungen könnten viele Bauern ihren Betrieb in dieser Form nicht führen. Der Zukauf von Beratungsempfehlungen im Rahmen des Maschineneinsatzes wird wichtiger, denn der Landwirt hat heute nicht mehr die Zeit jede Information zu allen Sparten selbst aufzunehmen. Ein Partner seines Vertrauens ist hier eine wichtige Stütze.

 

Die Redaktion bedankt sich für das Gespräch.

 

 

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